Stoneage – Arbeitseinsatz in der Steinzeit

Stoneage – das Steinzeit Worker Placement Spiel

Bei Stoneage stehen Dir Deine Spielfiguren jede Runde für neue Aufgaben zur Vergügung. Lass sie arbeiten .. aber vergiss nie, dass du sie auch ernähren musst…

Was macht Stoneage besonders:

die besten familienspiele - stoneage

Das Auge spielt bekanntlich mit. Schon Deshalb überzeugt Stoneage mit seinem liebevoll gestaltetem Spielplan nebst hochwertigem Holzmaterial.
Stoneage ist ein ideales „Einsteiger-Kennerspiel“, ein strategisches und anspruchsvolles Brettspiels, dessen Regelwerk aber durchaus familientauglich ist. Momment mal, da sind ja noch jede Menge Würfel samt Becher, das soll ein Strategiespiel sein ? Jepp.

Worum geht’s ?

Wie bei den meisten taktischen Brettspielen, geht es um Siegppunkte. Wer am Spielende die meisten hat, gewinnt. Siegpunkte gibt es nur über 2 Wege: den Kauf von Hütten oder den Kauf von Karten.

die besten Gesellschaftsspiele : Stoneage -SpielaufbauDoch zuerst bauen wir den Spielplan auf und legen die Rohstoffe Holz, Ziegel, Stein und Gold auf ihre jeweiligen Plätze, ebenso die Werkzeuge. Vier Karten werden offen ausgelegt, der Rest als verdeckter Stapel bereitgelegt. Je nach Spieleranzahl kommen 2-4 Hüttenstapel auf ihre Plätze, von den aber nur die jeweils oberste im Spiel verfügbar ist. .

Danach bekommt jeder Spieler sein persönliches Spielertableau, 12 Nahrungsstücke, 2 Holzmarker (je einen zum Anzeigen der Spielpunkte und der permanenten Nahrung) und 5 der 10 Männchen einer Spielfarbe. Die übrigen Meeples, Nahrungsplättchen und der Würfelbecher legt ihr neben dem Spielplan bereit.

Ok, jetzt fangen wir aber an zu spielen.

Stoneage wird in Runden gespielt, jede Runde besteht aus 3 Phase.

Phase 1 – das Einsetzen

Dies ist die wichtigste Phase da hier die spielerischen Entscheidungen getroffen werden. Reihum setzten die Spieler eines oder mehrere Ihrer Männchen auf die kleinen Kreise auf dem Spielplan ein. Die Anzahl der Kreise gibt an, wie viele Männchen dort maximal Platz finden. In den Rohstoffgebieten sind dies je sieben Plätze, die von einem oder mehreren Spielern besetzt werden können. Die Zivilisationskarten, Hütten sowie die begehrten Plätze im Dorf können dagegen nur von einem Spieler besetzt werden, frei nach dem Motto: Wenn weg – dann weg. Lediglich in das Jagdgebiet könnt ihr beliebig viele Männchen schicken.

Hat der erste Spieler ein oder mehrere Männchen an einem Ort eingesetzt ist der nächste Spieler an der Reihe. Es werden solange Männchen eingesetzt, bis alle Spieler alle Arbeiter eingesetzt haben. Diese Art der Aktionenwahl wird im Spieler-Jargon als Worker Placement, also als Arbeiter-Einsetzspiel bezeichnet.

Wie bereits erwähnt ist diese Phase das Herzstück von Stonage, da die eingesetzten Männchen sowohl für die Rohstoffeinnahmen sorgen, als auch das Vorkaufsrecht für die besetzten der Karten und Hütten dienen, die dann mit dann erwirtschaften Rohstoffen kaufen könnt. Gerade zu Anfang sind auch die Plätze im Dorf sehr bliebt, da sie dauerhafte Vorteile für das weitere Spiel bieten.

Die Rohstofffelder

Setzt ein Spieler einen oder mehrere seiner Arbeiter / Meeples zu den Rohstoffen, z.B. in den Wald, so kann er später mit so vielen Würfeln um Holz würfeln, wie er Männchen eingesetzt hat. Bei drei Männchen sind das 3 Würfel. Holz ist der billigste Rohstoff und hat den Wert = Teiler 3. D.h. die Summe aller Würfelpunkte werden durch 3 geteilt und der Spieler erhält den ganzzahligen Quotient als Rohstoffertrag. Zeigen die 3 Würfel z.B je ein 2, 4, 5 , die Summe ist 11 … dies geteilt durch 3 … macht 3,66 –> der Spieler bekommt 3 Holz. Mehr Männchen und natürlich das Würfelglück sorgen also für mehr Rohstoffe.

Genauso verhält es sich bei den anderen Rohstoffen, nur daß diese einen höheren Wert = Teiler haben: Lehmziegel 4, Stein 5 und Gold sogar 6. Wer also nur ein einziges Männchen an den Goldfluss stellt, muss schon eine 6 Würfeln, um überhaupt 1x Gold zu erhalten. Diesen Glücksfaktor kann man zwar nicht komplett ausschalten, aber immerhin eindämmen… mehr dazu später.

Die Hütten

Setzt ein Spieler eines seiner Männchen auf eine Hütte, zeigt er an, diese Hütte kaufen zu wollen. Zwar muss er dies später nicht tun, aber in den meisten Fällen wird niemand freiwillig einen „Arbeiter“ ungenutzt lassen.

Welche und wie viele Rohstoffe eine Hütte kostet, steht auf jeder Hütte. Hütten bringen sofort Siegpunkte, die auf der Siegpunktleiste (Kramerleiste) abgetragen werden. Die Anzahl der Siegpunkte entspricht dem Wert der Rohstoffe, die benötigt werden, um die Hütte zu Kaufen. eine Hütte, die „nur“ 3 Holz kostet, bringt demnach 3×3 = 9 Siegpunkte, während eine Hütte mit 3 Steinen 3×5 = 15 Siegpunkte bringt.

Die Zivilisationskarten

Auch sie kosten Rohstoffe, anders als bei den Hütten jedoch keine bestimmte Kombination. Je nachdem als welchem Platz die Karte liegt, kostet sie 1-4 beliebige Rohstoffe. Logisch, das wir unserer Karten am liebsten in Holz bezahlen und dafür kein Gold verschwenden.

Jeder Karte hat eine Sofortbelohnung, die der Spieler gleich erhält, dies kann z.B. Nahrung, Rohstoffe oder Siegpunkte etc sein. Diese Sofortbelohnung steht oben auf der Karte. Meist wichtiger jedoch ist der untere Teil der Karten, die dem Spieler einen Siegpunkt-Multiplikator für ein bestimmtes Kriterium gibt, z.B. auf die Anzahl eigener Hütten oder eigenen Männchen. Oder sie zeigen Gegenstände auf grünem Hintergrund, dann gibt es Siegpunkte für möglichst viele Karten mit verschiedenen Symbolen. Diese Siegpunkte wertet ihr aber erst am Spielende aus, d.h. man weiß bei Stoneage nie so genau, wie gut man selbst im Spiel steht.

Das Dorf

Das Dorf bietet 3 Einsetzmöglichkeiten, die aber jeweils nur von einem Spieler je Runde genutzt werden können. Da die Errungenschaften im Dorf zwar keine Siegpunkte aber dauerhafte Spielvorteile bringen, sind sie gerade in den ersten Runden sehr beliebt. Deshalb gelingt es zu Beginn nur selten, dass ein Spieler mehr als einen Platz im Dorf besetzen kann. Deswegen müssen die Spieler stets gut abwägen, was für das eigene Spiel gerade am Wichtigsten ist.

Das Getreidefeld:

Das Getreidefeld erlaubt dem Spieler auf der permanenten Nahrungsleiste einen Schritt nach oben zu gehen. Jede permanente Nahrung ernährt einen eigenen Meeple dauerhaft.

Der Werkzeugmacher

Der Spieler darf sich ein Werkzeug nehmen. Jedes Werkzeug ist quasi ein extra Würfelpunkt, den ihr bei Bedarf nutzen könnt, um ein Würfelergebnis zu verbessern. Bei einer gewürfelten 11 könnt ihr z.B. mit einem Werkzeug 4 statt 3 Holz erwirtschafteten. Jedes Werkzeug kann in jeder Runde einmal genutzt werden.

Die Kuschelhütte

In die Kuschelhütte müssen 2 eigene Meeples gesetzt werden. Fast schon logisch, was passiert, wenn 2 Meeples in der Hütten kuscheln, oder ? Sie kommen zu dritt wieder raus ! Diese Aktion erhöht also die Anzahl der eigenen Arbeiter. Mehr Arbeiter = mehr Rohstoffe. Mehr Rohtoffe = Mehr Hütten & Karten. Aber aufgepasst… jedes Männchen will auch ernährt werden. Falsch kalkulierte Vermehrung kann bei Stoneage schwerwiegende Folgen haben ….

Die Jagd

Diese Einsetzmöglichkeit fasst als einzige unbegrenzt viele Männchen und dient der Nahrungsbeschaffung. Nahrung wird wie die Rohstoffe ausgewürfelt und hat den Wert / Teiler 2. Werkzeuge können auch hier eingesetzt werden. Jedes Männchen verlangt jede Runde nach einer Nahrung.

Hat ein Spieler alle Männchen eingesetzt, wird er übersprungen. die Phase endet, wenn alle Spieler alle Arbeiter eingesetzt haben.

Phase 2 – Arbeiter abholen

Beginnend mit dem Startspieler holt nun jeder Spieler alle seine Arbeiter wieder ab und führt die entsprechenden Aktionen aus. Dabei ist es jedem Spieler frei überlassen, in welcher Reihenfolge er dies tut. So macht es z.B. Sinn, sich das Werkzeug zuerst zu nehmen, damit es beim Rohstoffauswürfeln gleich genutzt werden kann. Dies erlaubt auch Hütten oder Karten zu besetzen, deren benötigte Rohstoffe am Rundenanfang noch nicht beisammen waren. Der Spieler muss dann eben nur die Rohstoffe vorher auswürfeln, bevor er die Hütte kauft. Nach jedem Rohstoff- oder Nahrungswurf kann der Spieler entscheiden ein oder mehrere Werzeuge einzusetzen, um den Ertrag zu erhöhen. Ein benutztes Werkgeug dreht ihr um 45 Grad, um die Benutzung anzuzeigen. Manchmal könnt ihr trotz Werkzeugen das erforderliche Rohstoffmaterial für eine Hütte oder Karte nicht erwirtschaften. In diesem Fall nimmt der Spieler seine Arbeiter einfach von der Hütte (oder Karte) ohne diese zu kaufen.

Phase 2 endet, wenn alle Spieler reihum ihre Arbeiter wieder abgeholt haben.

Phase 3 – Die Ernährung.

Ja, das war noch dieses lästige Übel… Wer arbeitet muss auch Essen ! Jedes eigene Männchen im Spiel verlangt nun nach 1x Nahrung. Diese Nahrung kann durch die permanenten Nahrung teilweise abgedeckt sein, der Rest wird in Nahrungsplättchen bezahlt.

Was, wenn Spieler nicht genügend Nahrung für seine Männchen hat ? Ein Spieler kann sich entscheiden, die fehlende Nahrungsstück in Rohstoffen zu bezahlen. Allerdings ist dabei jeder Rohstoff = eine Nahrung wert. (Zur Not essen unsere Meeples also auch mal Gold :-). Kann oder will ein Spieler dies nicht, kostet ihn die mangelnde Ernährung 10 Siegpunkte ! Ab nach hinten auf der Siegpunktleiste ¹  …

Haben alle Spieler ihre Arbeiter ernährt, ergänzt ihr die gekauften Hütten und Karten durch neue vom Stapel. Jetzt noch die Werkzeuge wieder zurückgedreht, der Startspielermarker weitergegeben und die nächste Runde beginnt.

Das Spiel endet, wenn entweder ein Hüttenstapel oder alle Zivilisationskarten aufgebraucht / verkauft sind. Dann folgt eine Endabrechnung. Für übrige Rohstoffe gibt es jetzt nur je einen lächerlichen Siegpunkt. Jetzt schlagen aber noch die gesammelten Karten zu Buche. Nun zeigt sich, wie geschickt die Spieler zur eigenen Strategie passenden Karten gekauft haben. Habe ich einige Karten für Siegpunkte für Anzahl eigener Männchen, sollte ich natürlich möglichst oft die Kuschelhütte besucht haben. Oder ich habe Multiplikatoren Karten für Werkzeuge, dann wäre es gut, viele Werkzeuge zu besitzen. Oder habe ich es geschafft möglichst viele verschiedene Gegenstände zu sammeln ? All diese Siepunkte werden zu den bereits auf der Siegpunktleiste angezeigten Punkte hinzuaddiert. Erst wer jetzt die ganz vorne steht, hat auch tatsächlich gewonnen !

Warum und für wen geeignet:

Stoneage ist für mich ein klassisches Einsteiger-Spiel in die anspruchsvollere Spielewelt. Wenn sich das Regelwerk auch anfangs kompliziert anhört, so hat doch jeder Spielgruppe nach der 2. Runde, wie’s geht. Da die Möglichkeiten immer überschaubar bleiben, bleibt auch die Grübelzeit überschaubar. Stoneage ist für Familien mit Kinder, die „etwas mehr Anspruch“ wollen. Ab 10 Jahren ist das gut machbar.

Stoneage ist ein strategisches Spiel. Die jeweils beste Strategie will entschieden und dann auch konsequent weiterführt werden. Mann kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen ! Kein Spieler kann die meisten Hütten und die meisten Karten und die meisten Männchen haben und reichlich in Nahrung schwimmen.

Es geht darum, sich auf 1-2 Ziele zu konzentrieren, aber diese dann auch voll zu nutzen. Spiele ich auf viele Männchen muss ich mir überlegen, wie ich diese ernähre. Spiele ich auf viele Werkzeuge, dann brauche meist gar nicht so viele Männchen. Kaufe ich lieber Hütten oder Karten ? Wenn ich entscheide, die Gegenstandskarten zu kaufen, sollte ich frühzeitig damit anfangen, um die Chance auf möglichst viele verschiedene Gegenstände zu sichern.

Kinder lernen eine Strategie zu entwickeln und diese dann auch auch konsequent zu verfolgen. Jede spielerische Entscheidung sollte diese Strategie unterstützen.

Mit „ein bisschen von allem“ ist bei Stoneage kein Blumentopf zu gewinnen.

Fazit:

Stoneage ist schon optisch wunderschön, ganz wie wir das aus dem Hause Hans im Glück gewohnt sind. Trotz der Würfel ist Stoneage selbst jedoch kein Glücksspiel, auch wenn deswegen mal besonders gut oder auch schlecht laufen kann. Spannend ist es immer, da meistkeiner so ganz genau weiß, wie gut er selbst im spiel steht und was die Mitspieler noch an Siegpunkte in Karten in petto haben.

Wer noch keine Erfahrung mit Workerplacement-Spielen gemacht hat, und diese Art von Spiel einmal ausprobieren möchte, für den ist Stoneage das ideale Spiel !

Gesellschaftsspiel Stongeage -nom Spiel des Jahres 2008Stoneage war 2008 nominiert für das Spiel des Jahres. Auch bei der Wahl zum deutschen Spielpreis 2008 war Stoneage ganz oben und und belegte den 2. Platz (hinter Agricola – ein unschlagbar gutes Spiel, jedoch für Familien zu schwergewichtig !)

Mein Tipp: Wenn euch Stoneage von der Spieltiefe her zusagt, dann probiert doch auch mal Fresko !

Wo kann ich Stoneage kaufen:


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Infobox – die harten Fakten:

Infobox
Name: Stoneage
Verlag: Hans im Glück
Erscheinungsjahr: 2008 
Genre: Strategisches Brettspiel 
Anzahl Spieler: 2-4 
Alter: ab 10 Jahren 
Dauer: 60-75 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

¹ Eigentlich sollte ich es hier gar nicht erwähnen…. Vielspieler spielen mitunter eine „Hunger-Strategie“,  die – gut gespielt – auch meist recht erfolgreich ist. In Kürze bedeutet sie „maximale Vermehrung  bei gleichzeitigem Nahrungsentzug“. Diese Strategie nimmt die -10 Siegpunke Runde für Runde in Kauf und versucht diese durch die hohe Arbeiteranzahl zu kompensieren. Ich finde sie eklig  und habe noch in jeder Stoneage Partie immer gerne brav alle meine Arbeiter ernährt. Dass diese Strategie überhaupt funktionieren kann, sagt mir, dass die  Strafe für fehlende Ernährung zu milde ist. Ich bin der Meinung, sie sollte mit „Meeple-Sterben“ geahndet werden. Das ist meiner Meinung nach aber die einzige Regelschwäche in Stoneage.

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